Marktdaten

Die Sägewerke sind von einem hohen Niveau im vierten Quartal 2017 gut in das Jahr 2018 gestartet – jedoch mit deutlichen Unterschieden von Betrieb zu Betrieb, abhängig von den regionalen Gegebenheiten bei der Rohholzversorgung und dem Preisverlauf.

Der DeSH erstellt für Bankanalysten regelmäßig einen Branchenbericht, der komprimierte Daten über die Säge- und Holzindustrie beinhaltet. DeSH-Mitgliedsunternehmen können den Branchenbericht ergänzend bei ihrem Report an die Hausbank nutzen. Mitgliedsbetriebe erhalten den Branchenbericht auf Anfrage kostenfrei, alle Nichtmitglieder richten ihre schriftliche Anfrage bitte an info@saegeindustrie.de.

Nadelholz

Die deutsche Sägeindustrie kann im bisherigen Jahresverlauf 2017 eine gute wirtschaftliche Entwicklung verzeichnen. Die positive Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland, die anhaltend hohe Bautätigkeit und der weiter zunehmende Export haben auch die Sägeindustrie begünstigt.

Gute gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist positiv, die Konjunkturprognosen der Wirtschaftsinstitute liegen bei einem Wirtschaftswachstum von 1,8 % für 2017 und auch wieder für 2018. Auch im Euroraum setzt sich die konjunkturelle Besserung fort. Außerhalb des Euroraums ist demgegenüber das Wirtschaftsklima deutlich schwächer, allen voran im Vereinigten Königreich als Folge der Brexitverhandlungen. Sowohl die aktuelle Lage und noch mehr die Konjunkturerwartungen wurden erheblich nach unten korrigiert.

Bautätigkeit im Inland hoch – Ein- und Zweifamilienhausbau mit rückläufigen Genehmigungen
Der Bausektor im weitesten Bereich ist nach wie vor wichtigster Abnehmer von Nadelschnittholzerzeugnissen. Der Wohnungsbau, und hier vor allem auch der Holzbau, beeinflussen die Nachfragesituation vor allem der Bauholzsägewerke. Noch bis 2016 waren die Wohnungsbaugenehmigungen vor allem im Mehrfamilienhausbau deutlich angestiegen. Aber es zeichnete sich bereits bei den Genehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser eine Abschwächung ab. Im bisherigen Jahresverlauf hat sich die Entwicklung gedreht, die Wohnungsbaugenehmigungen sind bis Ende Mai um 7,6 % gesunken, davon im Einfamilienhausbau um – 11,3 %.


Insgesamt kann die Sägeindustrie aber anhaltend von der starken Stellung des Holzbaus im Niedrigenergie- und Passivhausbereich profitieren, ferner vom hohen Anteil der Renovierungs- und Wärmedämmmaßnahmen im baunahen Handwerk. Der Anteil der Wohnhäuser in Holzbauweise ist in den letzten Jahren weiter gestiegen. Innerhalb von 10 Jahren stieg die Quote von 13,2 % auf 16,2 %, das sind mehr als 20.000 Wohngebäude in Holzbauweise.

Verpackungsbereich stabil
Als weiterer wichtiger Abnehmer von Nadelschnittholz ist in 2017 der Verpackungsbereich erneut ein stabiler Faktor. Die gute inländische Entwicklung der Gesamtwirtschaft, aber auch der weiter starke Export der deutschen Industrie führen zu einer anhaltend guten Nachfrage seitens der Verpackungswirtschaft.

Nadelschnittholzproduktion in 2017 leicht steigend
Die Sägewerke konnten im 1. Quartal 2017 aufgrund einer guten, in Teilen auch vorgezogenen Nachfrage insbesondere im März die Produktion leicht erhöhen. Deutlich höher lag die Erzeugung von Hobelware, vor allem bedingt durch die gute Nachfrage im Export.


Der monatliche Produktionsindex zeigt für das 1. Halbjahr ebenfalls eine anhaltend moderate Entwicklung, der Index lag für die ersten sechs Monate insgesamt um 1,7 % höher.

Die positive Entwicklung des Nadelschnittholzmarktes läßt erwarten, dass die Inlandsproduktion in diesem Jahr wieder leicht ansteigt und insbesondere das Segment der weiterbearbeiteten Hobelware deutlich zunehmen wird.

Export stützt inländische Produktion
Bereits im zurückliegenden Jahr konnte der Export von Nadelschnittholz von den deutschen Sägewerken ausgeweitet werden. Vor allem im Fernexport wurden Zuwächse erzielt. Auch im bisherigen Jahresverlauf bleibt die Exportentwicklung mit Ausnahme einiger weniger Länder erneut positiv. Die Ausfuhr von Hobelware nahm in den ersten vier Monaten um 15,9 % auf 563 Tsd. m³ zu, während die Ausfuhr von rauer Ware um 6,5 % auf 1.824 Tsd. m³ zurück ging. Der Rückgang bei der rauen Ware ist auf die rückläufigen Exporte nach Österreich und Frankreich zurückzuführen, während die Lieferungen in die weiteren Abnehmerländer im Wesentlichen konstant geblieben sind. Die Zunahmen lagen vor allem im Fernabsatz nach China, Pakistan, Japan und jetzt wieder in die USA. Entsprechend der aktuellen Exportentwicklung wird für das Gesamtjahr mit einem positiven Verlauf gerechnet.

Gesamtbilanz für Nadelschnittholz bleibt auf hohem Niveau
Für das Jahr 2017 wird bei leicht steigender Inlandsproduktion, geringerer Einfuhr und leicht steigender Ausfuhr mit einem ebenfalls geringfügig höherem Inlandsverbrauch zu rechnen sein.

Preisentwicklung beim Nadelschnittholz weiter moderat
Seit 2013 tendiert die Preisentwicklung beim Nadelschnittholz in einem sehr engen Band. Im vergangenen Jahr war ein leichter Rückgang der Nadelschnittholzpreise zu verzeichnen. In den letzten Monaten haben sich die Erlöse wieder leicht gebessert, der Verlauf der Nadelschnittholzpreise bleibt aber weiter moderat. Nadelschnittholz liegt derzeit geringfügig über Vorjahr mit deutlichen Unterschieden bei den einzelnen Sortimenten.

Preisentwicklung bei Sägenebenprodukten bleibt ein Problem
Der mehrfache Rückgang der Preise für Sägenebenprodukte ist ein andauerndes Problem in der Sägeindustrie und belastet die Ertragslage der Unternehmen in besonderem Maß. Auch im bisherigen Jahresverlauf ist keine durchgreifende Besserung der Erlöse eingetreten, die erzielten Verbesserungen sind im Hinblick auf den Rückgang seit 2014 marginal.

Rundholzversorgung regional differenziert
Im vergangenen Jahr war die Versorgung mit Nadelrundholz erneut regional sehr unterschiedlich, abhängig auch von den noch zur Verwertung kommenden Mengen aus Käferholz. Im laufenden Jahr ist es nicht zu dem teilweise befürchteten Anfall von Käferholz gekommen, die Betriebe sind in der Regel dennoch mit Rundholz ausreichend versorgt bzw. haben die Möglichkeit, ihren aktuellen Bedarf zu decken.

Preisentwicklung beim Rundholz weiter anziehend.
Im bisherigen Jahresverlauf hat sich die feste Preisentwicklung beim Nadelstammholz weiter fortgesetzt. Zum Stand April hat sich das Leitsortiment Fichtenstammholz B 2 (Staatswald) gegenüber Vorjahr im Bundesdurchschnitt um 1,9 % aktuell verteuert. Aufgrund der regional sehr unterschiedlichen Versorgungslage und dem lokalen Angebot tendieren die Nadelschnittholzpreise abhängig von Sortiment und Abnahmesituation differenziert. Fichtenstammholz liegt über alle Sortimente hinweg um 0,4 % über Vorjahr, Kiefernstammholz leicht niedriger.

Nach wie vor liegt damit das Rundholzpreisniveau in Deutschland auf einem im internationalen Vergleich ausgesprochen hohen Stand. Die hohen Rundholzpreise beeinträchtigen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Betriebe insbesondere auf den Fernabsatzmärkten und können nur durch eine besonders hohe Leistungsbereitschaft der Betriebe teilweise kompensiert werden.

Umsatz und Beschäftigung
In den ersten fünf Monaten ist der Umsatz der Betriebe um 4,7 % auf 1,6 Mrd. Euro angestiegen (in der monatlichen Umsatzstatistik werden Unternehmen ab 50 Beschäftigte, zuletzt 93 Unternehmen erfasst). Während der Inlandsumsatz um 2,8 % zunahm, ist beim Fernabsatz außerhalb der Eurozone eine Zunahme von 26,3 % zu verzeichnen. Aus den Umsatzdaten wird die positive Mengenentwicklung auf dem Schnittholzmarkt deutlich.

Die Exportquote in Bezug auf den Umsatz hat sich in 2017 auf 36 % erhöht. Während die Zahl der erfassten Betriebe weiter rückläufig tendiert, stieg die Zahl der Beschäftigten in der Branche um 3,2 %. Die Sägeindustrie trägt damit erneut zum Beschäftigungsaufbau bei.

Märkte für Nadelschnittholz werden anspruchsvoller
Die Anforderungen an die verschiedenen Nadelschnittholzprodukte werden immer höher. Die Hersteller von Bauschnittholz mit tragender Funktion mussten sich bereits mit Einführung der europaweiten CE-Kennzeichnung auf deutlich höhere Anforderungen an das Produkt, aber auch an Herstellung und Dokumentation einstellen. Für die deutschen Sägewerke mit einer sehr breiten Struktur ist die Umsetzung der Normvorgaben im Baubereich eine Herausforderung, der die Betriebe mit großem Engagement nachkommen. Aber auch in den weiteren Produktbereichen, insbesondere aus der Verpackung, werden die Betriebe mit hohen Anforderungen konfrontiert, die umfangreiche betriebliche Anpassungsmaßnahmen erfordern.

Chancen liegen im Inland und im Fernexport
Die robuste inländische Konjunktur gibt den Sägewerken auch weiterhin Chancen sowohl im Bereich des Wohnungs- als auch des Gewerbebaus. Neben dem auf hohem Niveau laufenden Renovierungsmarkt besteht dringender Nachholbedarf bei Wohnungen in Ballungsgebieten. Nicht nur im Bestand hat sich ein Bedarf aufgestaut, auch durch die hohen Flüchtlingszahlen ergibt sich zusätzliche Nachfrage nach Wohnungen. Hier bietet der moderne Holzbau Vorteile, Wohnungsraum schnell zur Verfügung zu stellen – bei hohem Komfort und Dämmstandard.

Bisher konnten die exportorientierten Betriebe auch die Chancen im Fernexport nutzen und damit den Inlandsmarkt entlasten. Um diese Märkte bedienen zu können, müssen die Betriebe aber auch von der Rohstoffseite wettbewerbsfähig bleiben. Die starken Währungsveränderungen insbesondere gegenüber dem US-Dollar belasten aktuell die Exporte außerhalb des Euroraumes und bleiben auch weiter ein hohes Risiko für den deutschen Nadelschnittholzexport. So hat sich in den letzten 3 Monaten der US-Dollar gegenüber dem Euro um mehr als 8 % verteuert, innerhalb des letzten Jahres um knapp 6 %.

Laubholz

Die deutsche Sägeindustrie
Die deutsche Sägeindustrie ist mit ca. 2.000 Betrieben und mehr als 25.000 Beschäftigten das wichtigste Bindeglied zwischen Forst- und Holzwirtschaft. Ihre Betriebe bilden die erste Bearbeitungsstufe des im Wald geernteten Rundholzes. Der Umsatz der deutschen Sägeindustrie liegt bei jährlich ca. 6,5 Milliarden Euro.

Die Struktur
Die Struktur der deutschen Sägeindustrie ist sehr breit aufgestellt und typisch mittelständisch geprägt.

Nach der KMU-Statistik des Statistischen Bundesamtes wurden 2015 insgesamt 2.087 Sägewerke erfasst.

Daten DeStatis, KMU-Statistik

In den 2.087 Unternehmen wurden im Jahr 2015 24.783 Personen beschäftigt. Der Gesamtumsatz belief sich auf 6,5 Mrd. Euro. Beim Umsatz wird die wirtschaftliche Bedeutung der Großunternehmen deutlich. Allein die Großunternehmen ab 250 Beschäftigten erzielten mit 3,4 Mrd. Euro mehr als die Hälfte des gesamten Branchenumsatzes.

DeSH, Daten DeStatis, KMU-Statistik

Die Produktion
Hauptprodukt der Sägeindustrie ist Schnittholz als Oberbegriff für die sehr unterschiedlichen Sortimente wie Balken, Bohlen, Bretter, Latten. Im weiteren Verarbeitungsprozess werden hieraus hochspezialisierte und anwendungsorientierte Produkte für den Baubereich, den Bereich der Holzverpackungen und Paletten sowie Möbel, Türen, Fenster oder Fußböden und Wandverkleidungen gefertigt. Die Erzeugung von Schnittholz ist in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich angestiegen und hat sich auf ein Produktionsniveau von 22 Mio. m³ Nadelschnittholz (einschl. gehobelter Ware) und 1 Mio. Laubschnittholz, insgesamt 23 Mio. m³ Schnittholz eingependelt. Hauptabnehmer für die vielfältigen Schnittholzerzeugnisse ist mit einem Anteil von rund zwei Dritteln die Bauwirtschaft, gefolgt vom Verpackungsbereich. In den letzten Jahren haben die Sägewerke ihre Verarbeitungstiefe deutlich ausgeweitet und damit die Wertschöpfung aus dem aus nachhaltiger Forstwirtschaft naturgemäß nur begrenzt zur Verfügung stehenden Rohstoff weiter erhöht. Eine Vielzahl von neuen Produkten nutzt die Eigenschaften der unterschiedlichen Holzarten produktspezifisch und ermöglicht damit wettbewerbsfähige und technisch anspruchsvolle sowie hochwertige Verwendungen. Erst dadurch ist moderner Holzbau möglich geworden. Zur Herstellung der Schnittholzprodukte setzen die Sägewerke ganz überwiegend heimisches Rundholz ein. Die Sägewerke verarbeiten jährlich mehr als 40 Millionen Kubikmeter Rundholz. Davon stammen 98 Prozent aus heimischen Wäldern. Überwiegend ist es Nadelholz der Holzarten Fichte, Tanne, Kiefer, Douglasie und Lärche. Beim Laubholz sind es vor allem die Holzarten Buche

Der Export
Die hohe Kompetenz der deutschen Betriebe schlägt sich in einer gestiegenen Exportquote nieder.

In der deutschen Sägeindustrie hat der Export in den zurückliegenden Jahren stetig an Bedeutung gewonnen, die Exportquote beläuft sich inzwischen auf fast 40 Prozent. Rund 7,8 Millionen Kubikmeter Nadelschnittholz und 800.000 Kubikmeter Laubschnittholz werden in europäische Länder, nach Nah- und Fernost sowie die USA exportiert.

Die Bilanz - Nadelschnittholz

Die Bilanz – Laubschnittholz

Die aktuelle Lage in 2018
Nadelholzmarkt durch die Bewältigung des Schadholzanfalls geprägt – Sägewerke mit großen Herausforderungen konfrontiert

2018 ist durch einen hohen Schadholzanfall aus diversen Windwürfen und die nachfolgende sich rasch verstärkende Käferholzproblematik geprägt.

Vorrang hat die zügige Aufnahme und Verarbeitung des anfallenden Holzes, um eine weitere Entwertung des Holzes zu vermeiden. Die aktuelle Marktsituation ist geprägt durch die kontinuierliche Kalamitätsholz-Verarbeitung. Gemeinsam mit der Anbieterseite erfolgt die Aufnahme und Aufarbeitung des angefallenen Sturmholzes. Zunehmend kritisch wird jedoch die Versorgung der Betriebe mit qualitativ hochwertigem Frischholz, das nach wie vor von den Sägewerken benötigt wird.

Die Sägeindustrie blickt auf ein insgesamt befriedigendes erstes Halbjahr zurück. Angesichts des noch zu erwartenden Kalamitätsholzes sind die weiteren Aussichten jedoch deutlich getrübt. Die Sägeindustrie sieht es als eine große Herausforderung an, solche Schadholzmengen weiterhin aufzunehmen und auf den unterschiedlichen Märkten, vor allem den globalen Exportmärkten wettbewerbsfähig abzusetzen.

Weiterhin noch gute gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die außenwirtschaftlichen Risiken nehmen für die deutsche Wirtschaft erkennbar zu. Die Institute sind mit der Bewertung der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung für Deutschland vorsichtiger geworden und haben die Prognosen leicht nach unten revidiert. Dennoch wird für 2018 noch mit einem Wachstum des BIP von 1,8 % gerechnet.

Im Euroraum wird eine Verlangsamung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung prognostiziert. Erwartet wird für 2018 noch eine Steigerung des BIP um 2,1 % gegenüber 2,6 % im Vorjahr, für 2019 ein Zuwachs von 1,9 %.

Weltweit dürfte sich nach Einschätzung der Institute der gegenwärtig zu verzeichnende Aufschwung noch fortsetzen, die Dynamik jedoch moderater als bisher ausfallen.

Starke Verunsicherungen im internationalen Geschäft verursacht der eskalierende Zollkrieg zwischen den USA und China, was auch Rückwirkungen auf den internationalen Schnittholzmarkt nach sich zieht. Bisher haben bereits die Währungsveränderungen die Warenströme auf den internationalen Märkten stark beeinflusst und umgelenkt.

Bautätigkeit im Inland weiter auf hohem Niveau – Ein- und Zweifamilienhausbau schwächer
Der Bausektor verzeichnet aktuell eine sehr gute Geschäftslage, was sich auch in der Nachfrage nach Bauprodukten aus dem Holzbereich auswirkt. Der Bau, vor allem der Wohnungsbau und speziell der Holzbau, sind in Deutschland die wichtigsten Nachfrager für Nadelschnittholz.

Seit zwei Jahren tendiert allerdings der für Schnittholzprodukte besonders nachfragewirksame Ein- und Zweifamilienhausbau rückläufig, während der Mehrfamilienhausbau vor allem in den Großstädten und Ballungsgebieten weiter zulegt.

Insgesamt kann die Sägeindustrie anhaltend von der starken Stellung des Holzbaus im Niedrigenergie- und Passivhausbereich profitieren, ferner vom hohen Anteil der Renovierungs- und Wärmedämmmaßnahmen im baunahen Handwerk.

Verpackungssektor stabil
Im Rahmen der anhaltend guten Binnenkonjunktur und auch des hohen Exports der deutschen Wirtschaft bleibt der Verpackungssektor ein stabiler Nachfrager für die Sägeindustrie. Der Verpackungsbereich (Kisten, Paletten, Exportverpackungen) hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2018 um 9,1 % ausgeweitet.

Steigender Einschnitt von Nadelholz zur zügigen Verarbeitung der Zwangsanfälle notwendig
Der starke Anfall von Holz aus Zwangsnutzungen zwingt die Sägewerke, das anfallende Holz zügig einzuschneiden.

So wurde bereits im 1. Quartal die Nadelschnittholzproduktion um 4,6 % ausgeweitet. Die Produktion von rauer Ware stieg um 2,8 %, die von Hobelware um 13,1 %. In den folgenden Monaten ist der Einschnitt mit der zunehmenden Andienung der Zwangsnutzungen weiter angepasst worden. So stieg die Nadelschnittholzproduktion im 2. Quartal um 6,3 % (raue Ware + 4,2 %, Hobelware + 15,9 %), die Produktion von Laubschnittholz um + 19,0 % nach dem schwächeren 1. Quartal.

Volatiler Export bereitet Probleme
Der Fernexport kann aktuell noch zu einer Entlastung des Inlandsmarktes beitragen, bereitet gleichzeitig aber auch zusätzliche Probleme. Viele Auslandsmärkte sind stark volatil, zusätzlich belasten Währungsveränderungen und die Entwicklung bei den Containerfrachten das Exportgeschäft.

Ganz besonders beunruhigt sind die exportorientierten Sägewerke zudem durch die perspektivisch schwächelnden Märkte in den USA und China. Befürchtet werden deutliche Einbußen im dritten Quartal 2018 auf den Exportmärkten USA und China. In den Monaten Juni bis August ist der Preisindex für Bauholzsortimente in den USA von fast 600 auf 450 US-Dollar gefallen. Damit kehrt der Index auf den Wert zu Jahresbeginn zurück. Neben dem Preisverfall kämpfen die deutschen Sägewerke mit deutlich schlechteren Qualitäten, die auch vom US-Markt kaum mehr aufgenommen werden. Ob das gemeldete Ende der preislichen Talfahrt in den USA aufgrund der Waldbrände und des Bedarfs an Wiederaufbau tatsächlich dauerhaft anhält, bleibt abzuwarten.

Nicht nur auf dem US-Markt, sondern auch in anderen Weltregionen, trifft die Branche auf wirtschaftspolitische Hemmnisse, z. B. Verunsicherungen durch Strafzölle.

Die Nachfragesituation in China ist ähnlich angespannt: Von Januar bis Mai 2018 wurden insgesamt 61 Prozent weniger Nadelschnittholz aus Deutschland nach China exportiert als im gleichen Vorjahreszeitraum, so die Ausfuhrzahlen des Statistischen Bundesamtes.

Insgesamt erzielt die deutsche Sägeindustrie aktuell fast 40 Prozent ihres Umsatzes im Ausland, knapp die Hälfte davon außerhalb der Eurozone. Internationale Wettbewerbsfähigkeit bleibt also die Basis des wirtschaftlichen Erfolgs des Cluster Forst und Holz in Deutschland.

Export stützt inländische Produktion
In den letzten Jahren hat Hobelware bei der Ausfuhr deutlich an Gewicht gewonnen, während raue Ware auf dem erreichten Niveau stagnierte.

Diese Entwicklung setzt sich auch in 2018 weiter fort. Die Exporte von rauer Ware sind im ersten Halbjahr 2018 mit 2,87 Mio. m³ leicht um 1,5 % unter das Niveau des Vorjahres zurückgefallen. Demgegenüber konnten die Ausfuhren von Nadelhobelware um 47 % auf 1,34 Mio. m³ weiter zulegen.

Die USA haben sich in den ersten sechs Monaten zum wichtigsten Abnehmer von Hobelware entwickelt, die Liefermenge ist um fast 150 % gestiegen.

Inlandsverbrauch von Nadelschnittholz auf hohem Niveau.
Im zurückliegenden Jahr konnte der Inlandsabsatz von Nadelschnittholzsortimenten leicht gesteigert werden. Zudem nahm der Export weiter zu, so dass die Inlandsproduktion ebenfalls leicht erhöht werden konnte.

Dieser Trend hält auch im bisherigen Jahresverlauf weiter an. Einem moderaten Anstieg des Verbrauchs im Inland steht eine kräftige Ausweitung der Exporte im Fernabsatz gegenüber. Nur so ist es möglich, die Zwangsanfälle zügig zu verarbeiten.

Für das Gesamtjahr 2018 wird mit einer Produktion von 23 Mio. m³ Nadelschnittholz gerechnet. Der Inlandsverbrauch dürfte 19,5 Mio. m³ erreichen.

Feste Preisentwicklung beim Nadelschnittholz
Unter dem Eindruck des guten Marktverlaufs tendierten die Erzeugerpreise für die Nadelschnittholzsortimente weiter fest. Eine feste Preistendenz ist über alle Sortimente hinweg im bisherigen Jahresverlauf zu verzeichnen.

Preisverlauf bei Sägenebenprodukten unzureichend
Von dem festen Preisverlauf der Nadelschnittholzsortimente konnten die Erlöse von Sägenebenprodukten nicht profitieren. Nach wie vor tendieren die Erlöse auf extrem niedrigem Niveau und bleiben ein belastender Faktor für die Sägewerke.

Die im bisherigen Jahresverlauf gute Beschäftigungslage der Sägeindustrie führte auch zu einem steigenden Umsatz der Betriebe.

Während der Auslandsumsatz außerhalb der Eurozone kräftig ansteigt, verläuft der Umsatz in die Nachbarländer der Eurozone und vor allem auch der weiter dominierende Inlandsabsatz eher moderat.

Der Anteil des Auslandsumsatzes stieg im ersten Halbjahr auf 39 %. Beachtlich ist der Beschäftigungsaufbau der erfassten Unternehmen in den ersten sechs Monaten um 7,4 %.

Diskrepanz der hohen Anforderungen der Abnehmer und großem Anfall an qualitätsgemindertem Rundholz
Die Anforderungen an die verschiedenen Nadelschnittholzprodukte haben sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Die Hersteller von Bauschnittholz mit tragender Funktion mussten sich bereits mit Einführung der europaweiten CE-Kennzeichnung auf deutlich höhere Anforderungen an das Produkt einstellen. Aber auch in den weiteren Produktbereichen, insbesondere aus der Verpackung, werden die Betriebe mit hohen Anforderungen konfrontiert, die nur mit ebenfalls hochwertigem Rundholz zu erfüllen sind. Um diese Märkte weiter bedienen zu können, sind die Betriebe auch weiterhin auf entsprechende Rundholzqualitäten angewiesen, die häufig nur durch Frischholz erfüllt werden können.

Der Markt für Massensortimente und Sortimente mit geringeren Qualitätsansprüchen ist nur begrenzt aufnahmefähig. Auf dem internationalen Markt steht die deutsche Sägeindustrie bei diesen Sortimenten in Konkurrenz mit Ländern, die ebenfalls dieses Marktsegment bedienen und einen hohen Wettbewerbsdruck ausüben.